19.02.2018

15.03.2011

Pressemeldung der JU-Ries zur Energiedebatte

Die Junge Union Ries begrüßt die Entscheidung der Bundesregierung sowie der Landesregierung Baden-Württemberg, ein dreimonatiges Moratorium zur Überprüfung unserer Atomkraftwerke einzusetzen. In diesen 3 Monaten muss, unter Berücksichtigung der neuen Erkenntnisse aus Japan, ergebnissoffen über alle Möglichkeiten und Risiken neu und konstruktiv beraten werden. Ziel muss ein breiter gesellschaftlicher Konsens sein, der als wichtigstes Gut die Sicherheit der Bürger gewährleistet, dabei aber auch die Energiesicherheit und vertretbare Energiekosten nicht außer Acht lässt.

Trotz der großen unvorhersehbaren Naturkatastrophe in Japan darf jetzt nicht überschnell reagiert werden. Es muss versucht werden ein einheitliches und durchdachtes Energiekonzept zu erarbeiten, das einen Ausstieg aus der Brückentechnologie Atomkraft mit System und Verstand ermöglicht und dabei die Probleme beim Ausbau der erneuerbaren Energien sowie beim dringend erforderlichen Netzausbau mit berücksichtigt, die aufgrund des - oftmals von den Grünen unterstützten - Widerstands von Bürgerinitiativen gegen Windkraftanlagen, Pumpspeicherkraftwerke und neue Hochspannungsleitungen auftreten. Die Atomenergie birgt nicht nur Gefahren. Sie garantiert eine, für eine Industrienation wie Deutschland unabdingbare, konstante Grundlastversorgung, die Sonne und Wind - auf dem bisherigen Stand der Technik - nicht leisten können, da Sonne nicht immer und maximal den halben Tag scheint und der Wind nicht immer weht. Alternative Energien hingegen bieten vor allem die Möglichkeit Energie nachhaltig zu gewinnen und darüber hinaus die große Chance Energie regional zu produzieren und zu verwenden und die daraus gewonnen Gelder auch in der Region zu halten.

Trotzdem wird Atomenergie als Brückentechnologie benötigt! Ein sofortiger Ausstieg wäre fatal, denn selbst wenn wir in Deutschland alle AKWs abschalten sind in den direkten Nachbarländern Frankreich und Tschechien, sowie im russischen Raum, AKWs am Netz, die bei weitem nicht die deutschen Sicherheitsstandards erfüllen und die dortigen Regierungen haben bereits klar zu verstehen gegeben, dass für sie ein Ausstieg nicht in Frage kommt. Hierbei stellt sich auch die Frage, was wäre wenn es einen weltweiten Ausstieg aus der Atomenergie geben würde? Wo soll der bisher von AKWs produzierte Strom herkommen? Wer soll die hunderten von Milliarden an Investitionskosten aufbringen, wenn die Bürger heute schon unter enormen Preissteigerungen bei Strom, Gas, Heizöl und Benzin leiden? Dies darf in der ganzen Debatte nicht immer verschwiegen werden! Es darf auch nicht sein dass wir in Deutschland alle AKWs stilllegen und am Ende unseren Strom aus den unsichereren Kraftwerken im Ausland beziehen müssen und dadurch nicht nur von ausländischem Öl und Gas sondern auch von ausländischen Strom abhängig und erpressbar werden.

Der Vorwurf der Opposition, alle nun von der Regierung getroffenen Entscheidungen wären reiner Wahlkampf ist eine bodenlose Frechheit! Nach solch einer Katastrophe, wie wir sie in Japan erleben mussten, ist es ein Gebot der Stunde innezuhalten und angesichts der neuen Erkenntnisse neu abzuwägen. Wenn die Menschen Angst haben muss man auf diese Ängste eingehen und reagieren! Es zeugt von einem seltsamen Verständnis von Regierungsverantwortung bei SPD, Grünen und Linkspartei, wenn die Regierung dafür kritisiert wird, dass sie die Anliegen des deutschen Volkes als Souverän ernst nimmt. Es wäre daher wünschenswert, wenn die Opposition nicht auf dem Rücken der Menschen in Japan, die alles verloren haben, Wahlkampf machen und Ängste schüren würde sondern sich durch konstruktive und auch tatsächlich machbare Vorschläge einbringen würde.

gez. Julian Schwarz, Vorsitzender JU Ries


 zurück zur Berichtsübersicht